Presse

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08.04.2021: Interview mit dem Marburger Magazin Express

26.03.2021: 8 Fragen an die Marburger OB-Kandidat:innen

19.03.2021: Pressemitteilung des Vereins zur Förderung der Filmkultur in Marburg e.V.

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Interview mit dem Marburger Magazin Express


(08.04.2021)

Warum gründet man einen Verein?

Warum ‚man‘ einen Verein gründet, lässt sich wohl nicht allgemein beantworten. Ein Verein verfolgt in der Regel bestimmte Ziele und Interessen und ermöglicht den Zusammenschluss von Personen, die diese Interessen teilen und einen Beitrag zur Umsetzung der Ziele leisten möchten.

Für den Verein zur Förderung der Filmkultur in Marburg hatten wir zunächst klare Beweggründe. Zum einen die Begeisterung für den Gegenstand Film, der in der Stadt vielfach präsent war, ist und (hoffentlich) bleibt, zum anderen waren die Gründungsmitglieder mit dem OpenEyes Filmfest verbunden, dessen Finanzierung jedes Jahr ein Kraftakt war. Gegründet wurde der Verein entsprechend zunächst als reiner Förderverein, also mit dem einzigen Zweck Gelder zu sammeln und an unterfinanzierte gemeinnützige Einrichtungen weiterzuleiten wie z.B. den damaligen Veranstalter des Festivals, den Café Trauma e.V.
Das war im Januar 2020, als Coronaviren noch weit weg schienen. Zwei Monate später lag die Vereinsarbeit – ebenso wie die Durchführung des 27. OpenEyes Filmfest 2020 – komplett brach. Das Festival im Juli musste abgesagt werden und wurde um mindestens ein Jahr verschoben. Durch die Ereignisse 2020 und ihre Auswirkungen auf (Film-)Kultur wurde uns jedoch auch klar, dass wir uns mit dem Verein keineswegs nur auf das OpenEyes Filmfest beschränken wollen, wenngleich aktuell hier der größte Anker unserer Arbeit liegt.

Wer macht mit?

Neben den Gründungsmitgliedern sind weitere Mitglieder hinzugekommen. Vor allem Menschen, die im Festival- oder Wissenschaftsbetrieb arbeiten, freie Video-Künstler:innen und Marburger Kulturschaffende, jedoch nicht nur aus dem Filmbereich. Wir möchten zudem explizit dazu einladen, sich entweder auf der Internetseite openeyes-filmfest.de/vffm (eigene Seite kommt) oder persönlich über den Verein zu informieren und aktiv oder passiv an den Verwirklichungen der Vereinsziele mitzuarbeiten.

Wird in Marburg eigentlich auch Film gemacht?

Also selbst produziert? Natürlich! In den vielfältigsten Ausprägungen: Neben den zwei Medienzentren, der Volkshochschule, verschiedenen Praxis-und Projektseminaren an der Philipps-Universität, Initiativen wie OpenStudioMarburg, Film-AGs in den Schulen und Jugendclubs sowie einer regen DIY, YouTube, TikTok und Instagram-Szene werden Theaterstücke, Parties und Konzerte gefilmt und vieles, vieles mehr. Das alles ist ja Film, irgendwie.
Oder meinten Sie ‚richtigen‘ Film bzw. das, was häufig darunter verstanden wird? Ja, auch das!
Die Lahnberge lassen sich vielleicht nicht direkt als die mittelhessischen Hollywood-Hills bezeichnen, dennoch ist Marburg gerade auch in jüngerer Zeit Kulisse einiger größerer Filmproduktionen geworden. Die Hessenfilm GmbH hat dem Filmort Marburg sogar eine eigene Seite gewidmet https://www.hessenfilm.de/film-commission-hessen/filmstandort-hessen/staedte-und-regionen/marburg.html

Durch die Universität gibt es zudem viele Menschen, die hier erste Berührungen mit Film haben und das später professionell umsetzen; den Wacken-Open Air-Dokumentarfilm FULL METAL VILLAGE (DE 2006; Cho Sung-hyung) kennen beispielsweise sicher viele. Der erste Film, der Marburg nach dem Zweiten Weltkrieg thematisiert, ist – soweit wir wissen – einer über die Serumgewinnung gegen Diphtherie in den Beringwerken (DIPHTHERIE, DE [ABZ] 1948: Walter Leckebusch).

Zur gleichen Zeit (1947) hatte Hanns Wilhelm Lavies sich übrigens vergeblich darum bemüht, sein umfassendes „Archiv für Filmwissenschaft“ der Fotosammlung des kunstgeschichtlichen Instituts der Philipps-Universität anzugliedern; es wurde stattdessen nach Wiesbaden gebracht und bildete dort den Grundstock für das Filmarchiv des heutigen DFF [Deutsches Filminstitut & Filmmuseum]. Seit der Schließung der drei Säle des Oberstadtkinos ist Marburg auch nicht länger die Stadt in Deutschland mit der größten Anzahl an Kinositzen im Verhältnis zu seiner Bevölkerung.

Um hier noch mal auf die Frage zurückzukommen: Filmkultur erschöpft sich nicht in Filmproduktion, obwohl das natürlich eine Voraussetzung ist. Zur Filmkultur gehören viele Aspekte, auch Filmen einen Ort ihrer Wahrnehmbarkeit zu geben, über sie zu sprechen, von ihnen zu schreiben, vielleicht auch hier und da über sie zu streiten. Das alles können wir sicherlich nicht leisten, schon gar nicht alleine, aber wir wollen zumindest versuchen, dem im Sinne des Vereinsziels nachkommen.

Was soll in Zukunft gefördert werden? Sicherlich nicht nur das Open Eyes …?

Zunächst änderten wir die Satzung etwas und entschieden, ab sofort nicht nur zu fördern (also finanziell durch Spenden zu unterstützen), sondern eben auch selbstständig als Ausrichterin von Projekten und Ideen zu fungieren und Veranstaltungen (wie bspw. das OpenEyes Filmfest) selbst durchzuführen. Mit der HessenFilm und Medien GmbH haben wir eine starke Partnerin, die uns hier unterstützt! Wie erwähnt, gibt es in Marburg aber darüber hinaus eine Vielzahl von Ideen, Projekten und Initiativen, die mit Film und Filmkultur zu tun haben. Film ist in Marburg ein wichtiges Thema, schon sehr lange. Wir wollen mit dem Verein diesen interessierten Gruppen eine Plattform zur Vernetzung, dem Teilen von Erfahrungen, externe Kompetenzen und mittelfristig selbstverständlich auch eine Finanzierungsperspektive bieten. Generell möchte der Verein sich als Institution verstehen, an den sich filmkulturelle Projekte wenden können, die Hilfe bei ihrer Umsetzung benötigen.

Wie beeinflusst die Pandemie die Vereinsarbeit?

Wenn man so möchte, hat die Pandemie die Vereinsarbeit in ihrer jetzigen Form zum Teil ja sogar erst hervorgebracht. Auch im Filmkulturbereich hat sie eigentlich als Brennglas nur Probleme verstärkt, die vorher bereits vorhanden waren. Die Vereinsarbeit als solche wird neben verwaltungstechnischen Hürden und viel Arbeit im digitalen Raum nicht übermäßig beeinflusst, wohl aber eben die Inhalte, denen sich der Verein verschrieben hat. Filmkultur in der momentanen Situation zu ermöglichen, ist damit einer der Hauptaspekte, denen wir uns aktuell zugewandt haben.

 

Das Interview mit dem Marburger Magazin Express findet sich auch in dessen aktueller Printausgabe sowie in der Online-Version.

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8 Fragen an die Marburger OB-Kandidat:innen


(26.03.2021)

Am 14.03.2021 haben in Marburg Kommunalwahlen stattgefunden. Bei der Wahl zum/ zur neuen Oberbürgermeister:in der Stadt Marburg konnte kein/e Kandidat:in eine absolute Mehrheit erzielen. Der Verein zur Förderung der Filmkultur in Marburg e.V. hat den beiden Stichwahl-Kandidierenden, Dr. Thomas Spies (SPD) und Nadine Bernshausen (Bündnis 90/Die Grünen), acht Fragen zur Marburger Film- und Kinokultur gestellt.

1. Haben Sie einen Lieblingsfilm? Wenn ja welchen? Haben Sie ein Lieblingsgenre?

Thomas Spies:
Ich habe ganz viele Lieblingsfilme, die ich immer wieder sehen kann: „Kinder des Olymp“, „Chocolat“ mit Juliette Binoche, „Star Wars“ (insbesondere Episode I und IV), „Tiger and Dragon“ und „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“. Daraus wird auch deutlich: mein Lieblingsgenre heißt „toller Film“.

Nadine Bernshausen:
Ich liebe das Kino, gerade weil es so vielfältig ist – ein einziger Film oder Genre reichen da nicht. Ich mag gern fesselnde Blockbuster wie Gladiator oder Terminator, mag faszinierende und mysteriöse Geschichten wie Lost in Translation oder der Dritte Mann, nicht zuletzt aber auch Autorenfilme wie Der diskrete Charme der Bourgeoisie oder Tod in Venedig.

 

2. Wann waren Sie das letzte Mal im Kino? Bevorzugen Sie Streaming und TV oder das physische Kino?

Thomas Spies:
Das letzte Mal im Kino war ich vor etwas mehr als einem Jahr. Ich bevorzuge das physische Kino vor TV und ganz selten Streaming (Streaming eigentlich nur auf abendlichen Bahnfahrten, wenn es zu spät ist, um noch etwas Sinnvolles zu arbeiten).

Nadine Bernshausen:
Wegen der Pandemie war ich 2019 zuletzt im Kino. Kino ist immer das beeindruckendste Filmerlebnis. In der Pandemie, oder wenn es zeitlich nicht anders passt, schaue ich aber auch gerne DVD oder Streamingangebote zu Hause.

 

3. Welchen Stellenwert nehmen Film und Kino in Ihrer ganz persönlichen Freizeitgestaltung ein? Haben Sie einen besonderen Stellenwert gegenüber anderen Kulturformen? Hat die Pandemie Ihre Sicht hierauf verändert?

Thomas Spies:
Ich bin Kinofan, seit ich mit sieben Jahren das erste Mal allein in den früheren Oberstadtkinos war. Ein Ort zum Stauen und Mitfiebern, der mich oft nachdenklich entlässt.

Nadine Bernshausen:
Schon als Kind habe ich Geschichten geliebt. Kino und Theater entführen in andere Welten, sind eine Auszeit, ein Urlaub für die Seele. Ich liebe Kino und Filme, Theater und Konzerte, weil sie den Horizont erweitern, erfreuen, bereichern, Anlass zum Diskutieren und Nachdenken geben. Die Pandemie hat die gesamten Kulturbranche vor enorme Herausforderungen gestellt. Viele kämpfen um die Existenz. Diese Zeit hat uns aber auch deutlich gemacht, wie sehr unser Leben durch gemeinsame Aktivitäten, ein Miteinander, Gespräche, Kino, Kultur, Gastronomie, Sport uvm bereichert wird und was es bedeutet, wenn das alles fehlt!

 

4. Mögen Sie Filmfestivals? Waren Sie schon mal auf einem? Kennen Sie die Festivals vor Ort?

Thomas Spies:
Ja. Sowohl die Kameratage als auch open Eyes begeistern mich jedes Jahr. Deshalb bin ich in den letzten Jahren – wenn ich mich richtig erinnere – bei jedem Festival in Marburg dabei gewesen. Festivals sind besondere Highlights, die ich nicht missen möchte.

Nadine Bernshausen:
Festivals sind ein toller Ort, um unbekannte Filme zu entdecken und mit vielen anderen Menschen zu diskutieren. Das OpenEyes Filmfest oder die Globale in Marburg finde ich zum Beispiel großartig.

 

5. Gehören Film und Kino für Sie zur Kultur? Denken Sie, dass die Förderung von Filmkultur zum kulturellen Auftrag einer Stadt gehört? Wie stehen Sie zu kommunalen bzw. kommunal geförderten Kinos?

Thomas Spies:
Unbedingt. Gerade Marburg zeichnet sich seit Jahrzehnten durch eine einzigartige Kinokultur aus. Kino ist für mich nicht zuerst Blockbuster, sondern Programm, anspruchsvolle Filme, und manchmal auch eher skurriles, experimentelles Kino. Deshalb gehört Filmkultur natürlich zum kulturellen Auftrag der Stadt, den ich gerne und kontinuierlich fördere.

Nadine Bernshausen:
Film und Kino gehören zu Kultur. Und die Förderung kann zum kulturellen Auftrag der Kommune gehören. Dabei muss verhindert werden, dass geförderte Kinos den gewerblichen Konkurrenz machen. Ich glaube aber, dass die Förderung von Kinos sinnvoll ist, wenn sie Filme zeigen, die normal schlechte Chancen haben, und damit die Kinolandschaft sinnvoll ergänzen.

 

6. Bis vor ein paar Jahren war Marburg die Stadt mit der höchsten Zahl an Kinositzen pro Einwohner:in, es werden renommierte Auszeichnungen vergeben, an der Philipps-Universität Marburg wird Film gelehrt und darüber geforscht und in Marburg werden verschiedene internationale Filmfestivals veranstaltet. In den letzten Jahren wurden hier sogar Teile für verschiedene Filmproduktionen gedreht. Ganz schön viel für eine Stadt von 80.000 Einwohner:innen abseits von Ballungsgebieten, oder? Was halten Sie von dem Satz: “Marburg ist Film- und Kinostadt”?

Thomas Spies:
Dem kann ich nur zustimmen. Ganz sicher ist Marburg – auf seine ganz eigene Art – eine Film- und Kinostadt.

Nadine Bernshausen:
Ein Satz, dem wir unbedingt auch in Zukunft gerecht werden sollten!

 

7. Welchen Stellenwert räumen Sie Film und Kino in der Bildung ein? Inwiefern ist der Kulturauftrag der Stadt für Sie auch ein Filmbildungsauftrag und wenn ja, welche Orte und/oder Institutionen sehen Sie in der Verantwortung, diesen vor Ort umzusetzen?

Thomas Spies:
Film und Kino in der Bildung sind seit vielen Jahren Bestandteil des städtischen Bildungsauftrags. Das zeigt sich u. a. im Medienzentrum, in Angeboten der Volkshochschule oder insbesondere in der Jugendförderung. Das betrifft Film als Objekt künstlerischen Experimentierens wie als Instrument der Vermittlung von Kultur, aber natürlich auch von Wissen – zum Beispiel bei den Umweltfilmtagen.

Nadine Bernshausen:
Film kann in der Bildung auf vielfältige Weise eine Rolle spielen: Zum einen kann man am Film lernen, wie audiovisuelle Medien funktionieren, die uns ja täglich umgeben. Zum anderen ist Film wichtig für unsere Kultur und sollte neben Literatur, Theater, Musik und Malerei auch bspw. in Schulen vermittelt werden. Die Stadt kann zum Beispiel Kinos dabei unterstützen, Angebote der Filmbildung zu machen und dabei auch, aber nicht nur mit Schulen zusammenarbeiten. Zum anderen gibt es vom Land, auch unterstützt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, vielfältige Angebote der Filmvermittlung für Schulen. Gern möchte ich Schulen dazu ermutigen und dabei unterstützen, daran anzuknüpfen und entsprechende Angebote umzusetzen.

 

8. Die Zahlen der Kinobesucher:innen gehen seit einigen Jahren zurück. Die einen sehen Streaming-Dienste als Grund dafür, andere einen Mangel an guten Blockbustern – spätestens mit der Pandemie steckt das Kino in einer Krise. Kann die Kommunalpolitik etwas gegen diese Tendenz tun? Welche Schritte würden Sie als Oberbürgermeister:in unternehmen, um Filmkultur in Marburg zu sichern?

Thomas Spies:
Die Stärkung der Filmkultur gerade nach der Krise wird eine der wichtigen „Aufräumarbeiten“ nach Corona sein. Damit habe ich schon angefangen – zum Beispiel letztes Jahr mit der Unterstützung des Autokinos oder mit dem Stadtgeld, dass auch Menschen wieder ins Kino gebracht hat. Für die Zukunft glaube ich, dass wir gemeinsam den besonderen Wert des Kinoerlebnisses wieder deutlicher machen müssen – große Filme verlieren so viel auf kleinen Bildschirmen. Darüber hinaus suche ich wie in der Vergangenheit das Gespräch mit den Kinoakteuren, die doch selbst am besten wissen, was in der Krise nötig ist und ihnen hilft.

Nadine Bernshausen:
Ich bin fest davon überzeugt, dass das Kino als öffentlicher Raum, mit seiner großen Leinwand, auch nach der Pandemie gute Chancen hat, die Menschen wieder zu begeistern, gerade in einer Stadt wie Marburg, wo die Leute neugierig, offen und diskussionsfreudig sind. Dafür müssen die Kinos genau schauen, wie sich die Bedürfnisse des Publikums verändert haben und darauf eingehen. Es gibt viele Programme vom Land Hessen und vom Bund, mit denen Kinos ihre Infrastruktur und ihr Programm erneuern können. Ich schlage einen Runden Tisch zur Filmkultur vor, in dem wir alle Akteure an einen Tisch bringen und das Gespräch auch mit dem Hessischen Film- und Kinobüro suchen. Ich würde auch gern dabei helfen, gemeinsame Aktionen der Kinos zu lancieren, einen gemeinsames städtisches Kinowochenende etwa, um Aufmerksamkeit auf die tolle Kinolandschaft der Stadt zu lenken.

 

Der Verein zur Förderung der Filmkultur in Marburg e.V. bedankt sich für die Antworten und wünscht beiden Kandidierenden viel Glück für die Stichwahl am 28. März 2021.

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Pressemitteilung


(19.03.2021, hier als PDF)

Gründung des Vereins zur Förderung der Filmkultur in Marburg e.V.

Erstes Projekt – 27. OpenEyes Filmfest 2021

Kino- und Filmkultur sind seit vielen Jahrzehnten ein fester Bestandteil des kulturellen und akademischen
Profils der Universitätsstadt. In Marburg werden Filmfestivals veranstaltet und renommierte
Auszeichnungen vergeben. Film wird gelehrt, Filmreihen kuratiert – zum Teil in Kooperation mit
unterschiedlichsten Akteuren. Filmkultur wird klassisch in Sälen, aber auch an ganz anderen Orten
zelebriert. Gewerbliche wie nicht-gewerbliche Marburger Kinos werden alljährlich für ihr Programm
landes- und bundesweit ausgezeichnet und in jüngster Zeit ist Marburg Drehort verschiedener
Filmproduktionen geworden.

Das Kulturgut Film in all seinen Facetten und Ausprägungen zu unterstützen, ist entsprechend der Ansatz
des im Januar 2020 gegründeten Vereins zur Förderung der Filmkultur in Marburg e.V. In diesem Sinne
sollen vorhandene Projekte, Gruppen und Initiativen unterstützt, neue Synergien gebildet und auch eigene
Projekte durchgeführt werden. Ziel ist es also, eine Institution zu etablieren, die sich der unabhängigen
Unterstützung dieser für Marburg so elementaren Kulturform verschreibt. Ein besonderer Fokus liegt
dabei auf solchen Projekten, die eine Umsetzung aus eigener Kraft nicht bewerkstelligen können.

Die Ereignisse des Jahres 2020 behinderten zwar zunächst den engagierten Start der Vereinsarbeit,
machen sie aber umso nötiger. Gegründet durch Unterstützer:innen des OpenEyes Filmfest ist das erste
eigene Projekt des Vereins entsprechend bereits in vollem Gange: Das internationale Kurzfilmfestival
OpenEyes Filmfest wurde seit 1994 vom Café Trauma e.V. durchgeführt und wird ab 2021, nach seinem
pandemiebedingten Ausfall im Jahr 2020, nun vom Verein zur Förderung der Filmkultur in Marburg e.V.
veranstaltet.

Die beiden Vorstehenden des Vereins Rebecca Partikel und Sebastian Spors verweisen in diesem
Zusammenhang darauf, dass das Filmfestival in den letzten Jahren erheblich an Reichweite, aber natürlich
auch an Kosten zugelegt habe. Mit einem für Filmfestivals immer noch verhältnismäßig geringen, aber für
den Café Trauma e.V. enormen finanziellen Umfang sei das Risiko für das Kulturzentrum mittlerweile
eindeutig zu groß geworden.

Mit einer Fördersumme von 35.000€ übernimmt das Land Hessen, vertreten durch die HessenFilm und
Medien GmbH, bereits ein Drittel des geplanten Gesamtvolumens des Festivals – weitere
Finanzierungsmöglichkeiten werden dringend benötigt. Eine etwaige Unterstützung des etablierten
kulturellen Events durch die Universitätsstadt Marburg steht noch aus.
Weitere Informationen zum Verein, zur Mitgliedschaft, den Projekten und den Möglichkeiten, sich an
diesen zu beteiligen oder zu unterstützen, lassen sich bis zum eigenen Internetauftritt auf der Webseite
openeyes-filmfest.de/VFFM finden.